Poseidon Darmstadt

„Wir leben nicht, um zu essen. Wir essen, um zu leben.“
Sokrates (um 470 – 399 v.Chr.), griech. Philosoph

Wenn ich mir meinen „Saganaki Skordato“ so anschaue bin ich überzeugt, dass Sokrates ein wenig verwirrt war: Wir leben um zu essen!
Diese Vorspeise teile ich mir mit Leif immer, auch wenn es schwierig ist bei meiner Hälfte zu bleiben. Schnell wird das überbackene Schafskäsestück, dass sich in einer leckeren Tomaten-Knoblauchsauce befindet, zu einem Objekt der Begierde.

Als plötzlich eine große rassige Schönheit neben unserem Tisch steht, braune lockige lange Haare, blieb mir das leckere Käsestück jedoch im Hals stecken. Ich wusste: Das konnte nur Monika sein, die beste Freundin Leifs. Mit einem schrillen lauten „Leif, wie schön Dich zu sehen“ begrüßt sie ihn und strahlt mich daraufhin an.

„Ich bin Monika, die platonische fehlende Hälfte Leifs“. Mit einem krampfigen Lächeln reiche ich ihr die Hand und hoffe, dass sie noch vor der Hauptspeise verschwindet. Was heißt das: Platonische Hälfte? Wie kommt sie darauf ihn überhaupt als irgendeine Hälfte zu bezeichnen? Erstens ist er vollständig, so wie er ist und wenn er eine Hälfte von etwas ist, dann ja wohl von mir!

Obwohl im geräumigen Lokal jede Menge Platz ist, setzt sie sich an unseren Tisch. Nicht neben mich, nein. Sie quetscht sich dicht neben Leif und ich frage mich wie lange sie wohl vor hat zu bleiben. Wir warten nicht lang, da kommt die sehr hübsche griechische Bedienung an unseren Tisch. Ich mag sie sehr. Sie ist hat braunes langes Haar, wunderschöne Lippen und sie ist natürlich und nicht aufdringlich, ganz im Gegensatz zur quiekenden Hälfte Leifs! Ich bestelle mein Lieblingsgericht, Bifteki mit einer schön garnierten Portion Reis und einem äußerst leckeren Salat. Leif ist dem Lamm verfallen und Monika bestellt eine heiße Schokolade mit Sahne. Das lässt mich hoffen: Keine Monika beim Hauptgang und beim Nachtisch erst recht nicht!

„Erinnerst Du Dich noch damals Leif, als wir vor gefühlten zehn Jahren zusammen auf diesem Festival waren? Es war großartig, das müssen wir wiederholen! Was meinst Du?“ Meine Hand krampft sich um meine leere Teetasse. Bevor Leif auch nur Luft holen kann fügt sie noch hinzu: „Nächste Woche Freitag geht’s los! Wie sieht es aus? Daya, Du kannst natürlich mitkommen! Wir fahren so gegen 18 Uhr los“.

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Wie großzügig von ihr! „Natürlich komme ich…“ will ich sagen aber NEIN! An diesem Tag habe ich abends noch eine wichtige Konferenz, die geht sicherlich bis 20 Uhr. Ich sage dankend ab, während sie Leif immer näher rückt. Leif kommt heute nicht zu Wort. Die schöne Kellnerin zwinkert mir zu und bringt die dampfenden Speisen. Der würzige eingebackene Schafskäse wird beim Anschneiden des gegrillten Hacksteaks sichtbar. Ich schneide das schönste Stück ab und reiche es Leif mit einer verführerischen Geste über den Tisch, dabei erhasche ich einen biestigen Blick Monikas. „Es ist wie immer köstlich, bisher der beste Grieche, den ich in Darmstadt besucht habe.“ nuschelt Leif während er genüsslich seinen Lammspieß verspeist. Monika gibt vorläufig auf und wendet sich nun an mich und fragt mit einem leicht abwertenden Blick danach „was ich den ganzen Tag so treiben würde“. Eigentlich würde ich an dieser Stelle der typischen unselbstständigen Blondine eintrichtern, dass ich der Boss einer Marketingabteilung eines Großunternehmens bin und sie mit einem vernichtenden Blick schlagen. In ihrem Fall weiß ich jedoch, dass sie nicht begeistert sein wird und ich für heute mal die dämliche Person auf der anderen Seite sein werde: Sie studiert Luft- und Raumfahrttechnik, Physik und Mathematik und arbeitet bei der ESOC in Darmstadt. Ich komme nicht dazu etwas zu sagen, denn Leif sagt stolz: „Sie ist die beste Marketingleiterin weit und breit“. Das wiederum schlägt alles. Ein breites Grinsen erreicht mein Gesicht. Monika trinkt den letzten Rest aus und ruft hastig Aphrodite zum Zahlen.

Warum sind Frauen sooft eifersüchtig auf die beste Freundin? Ist es weil sie schöner ist? Ist es weil sie klüger ist? Möglicherweise erfolgreicher? Oder beneiden wir sie um die Vertrautheit und gemeinsame Zeit, die sie zusammen verbracht haben? Ich weiß es nicht. Was ich jedoch weiß: Wenn Dein Partner zu Dir steht, dann ist es egal wie schön oder erfolgreich sie ist. Sie kann davon sprechen, dass er ein Teil von ihr wäre, ihre „platonische Hälfte“, wir nehmen ihn mit nach Hause wenn der Nachtisch abgeräumt wird. Und sein wir mal ehrlich: Wenn er sie wirklich so attraktiv finden würde, wären sie dann nicht schon lange zuvor ein Paar geworden?

Monika steht auf, gibt Leif einen Kuss auf die Wange und im Weggehen ruft sie: „Bis nächsten Freitag! Ich rufe Dich an.“
Leif nickt und hebt die Hand zum Abschied.

Stille.

„UND…wie findest Du sie???“ Ich versuche mein Stirnrunzeln zu unterdrücken und da ich nicht die typisch eifersüchtige Giftwachtel rauskehren möchte sage ich: „Nein, sie ist nett!“ &  „das wird sicher super nächsten Freitag“.

Dabei überlege ich mir schon jetzt was ich in der Zeit tun werde, wenn er weg ist. Ich sollte mich beschäftigen. Jetzt auch! Ich bestelle ein Vanille-Eis mit heißen Himbeeren und teile es mit Leif.

Fazit: Eine, wie ich finde, umwerfend schöne Bedienung (schaut euch die Lippen an, der absolute Wahnsinn!), sehr leckeres Essen, nett eingerichtet, wenn auch ein wenig kitschig aber typisch griechisch [Überzeugt euch selbst auf der Homepage: http://www.poseidon-darmstadt.de/poseidon_griechisch_essen_gallerie.html], Preise: ok (siehe Rechnungsfoto)

Kleiner Mangel: Das Licht ist ein wenig zu grell vielleicht (das macht diese blöde Sparlampenneureglung ^^) und es herrscht manchmal ein etwas gehobener Geräuschpegel (das Restaurant ist einfach gut besucht).

#daya

Griechisches Restaurant POSEIDON
Inh. Georgios Kostomanolakis

Adresse
Rheinstrasse 41 (Am Kennedyplatz)
64283 Darmstadt 

Telefon 06151 – 997371
Fax 06151 – 295184
E-Mail  info@poseidon-darmstadt.de“ data-mce-href=“mailto: info@poseidon-darmstadt.de„> info@poseidon-darmstadt.de

Öffnungszeiten
Täglich von 11:30 Uhr bis 15:00 Uhr
und von 17:30 Uhr bis 24:00 Uhr.
Samstags ab 17:30 Uhr.
Kein Ruhetag.

Written by Daya