3 Klang Martinsviertel

Von wichtigen und unwichtigen Dingen

Ein grauer, trauriger Tag. Die Kälte des Abends zieht mir in die Knochen, wie Rauch durch ein Schlüsselloch, ganz unbemerkt. Ich hole mir meine rote Kuscheldecke von der Couch und überlege was ich an einem nutzlosen Tag wie heute noch unternehmen kann.

Ich bin traurig.

Alles fing damit an, dass ich heute Morgen mein Postfach öffnete und eine E-Mail von einem Bekannten erhielt: „Tims Freundin Lara ist tot“. Ich saß gerade im Büro, war versteinert. Sie ist/war so alt wie ich. Ich kannte sie nicht gut, sie war (ist???) die feste Freundin eines Bekannten, aber sie ist jetzt nicht mehr hier. Unvorstellbar.

Ich brachte den gesamten Tag damit zu über das Leben nachzudenken, mich zu fragen wann das Ende eines Jeden und auch mein Ende kommen wird und wie entfernt der Tod scheint, obwohl er doch so nah ist. Allein sitze ich, eingekuschelt in meiner Decke, auf dem kalten weißen Ledersofa und denke an die Menschen, die mir am wichtigsten sind. Dabei sehne ich mich auch nach meinem besten Freund Maximilian. Er ist der herzlichste, großzügigste und klügste Mensch, den ich kenne. Ein wirklich guter Mensch. Es ist selten, dass ich jemandem vertrauen möchte und er ist der Einzige, dem ich hundertprozentig vertraue. In Momenten wie diesem, merke ich plötzlich, wie unwichtig die meisten Dinge sind, über die wir uns so häufig sorgen und den Kopf zerbrechen.

Schenken wir wirklich unwichtigen Dingen zu viel Beachtung und leben wir im hier und jetzt und zeigen den Menschen, die wir lieben, wie wichtig sie uns sind? Oder besser noch: Konzentrieren wir uns in unseren unterschiedlichen Leben auf das Wesentliche? 

Oft nehme ich an, dass viele Menschen gar nicht mehr wahrnehmen, vielleicht vor lauter Stress und Hektik, was wirklich wichtig ist. Die Decke lege ich nun beiseite und greife zum Hörer um mit Maximilian ein Treffen irgendwo um die Ecke zu vereinbaren.

Wir treffen uns im 3Klang, einer gemütlichen Café-Bar inkl. warmer Küche, im Martinsviertel. Sie ist „anders“, alternativ, so wie Maximilian. Am Ende dieses nachdenklichen Tages freue ich mich riesig ihn zu sehen. Ich liebe seinen löchrigen Pulli und seinen wirklich furchtbar schrecklichen Leinenbeutel, den er oft mit sich herumschleppt (wozu auch immer). Wir haben Glück: Wir finden einen Tisch, obwohl wir nicht reserviert haben (Man sollte definitiv reservieren).

Beide sind wir verfroren und bestellen etwas Warmes: Maximilian bestellt „gebratene, marinierte Chickenwings auf Tomaten – Olivensugo mit roten Zwiebeln, frischem Thymian, Knoblauch und Schlotten, dazu ein Kräuter Baguette“ [7,10€], ich entscheide mich für „Tagliatelle, in leichtem Parmesanrahm, verfeinert mit Prosecco, Streifen von getrockneten Tomaten, Markerbsen, Knoblauch, frischem Thymian und Lauchzwiebeln“ [8,40€]. Alles wird trotz vielen Gästen schnell und warm an den Tisch gebracht. Es ist frisch und sehr lecker. Dazu trinkt Maximilian eine Cola light (igitt), ich genieße einen Sprizz Royal, der leider nicht in den tollen großen Rotweingläsern serviert wird, sondern in einem unförmigen Longdrinkglas.Wir unterhalten uns über alte Zeiten, lachen viel. Er ist so humorvoll und witzig und er gehört zu den wenigen Menschen, die meine Witze auf anhieb verstehen. Er ist immer ein guter Berater und ein guter Freund. Maximilian macht mich sehr glücklich.Ich bin froh ihn zu kennen und möchte von nun an mehr Zeit mit ihm verbringen.
Denn: „Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.“sagte einst Ustinov.


FAZIT: Das 3Klang ist immer gut besucht, bietet eigentlich recht viel Platz, man sollte aber reservieren.

An einer Art „Gruppentisch“ rechts von der Bar, findet man stets Anschluss und lernt leicht neue Leute kennen. Die Umgebung ist warm (schönes Licht), die Einrichtung ist alternativ und nett (Pinnwand mit interessanten Beiträgen und Aushängen in der Ecke des Restaurants, die Drinks sind gut, das Essen ist frisch, nicht zu teuer, empfehlenswert.

Im Sommer hat man vor dem 3Klang auf dem Riegerplatz, die Möglichkeit in gemütlicher Atmosphäre zu sitzen (viel Platz), man sollte jedoch am besten laufen, mit dem Taxi oder der Straßenbahn fahren (+ein kleines Stück laufen), da das Parken im Martinsviertel IMMER ein Problem ist.

Tageskarte: http://3klang-bar.de/images/tageskarte.pdf

http://3klang-bar.de

Küchenzeiten
Frühstück
Dienstag bis Samstag bis 15.00 uhr
Frühstücksbuffet Sonn- und Feiertags 09.30–15.00 Uhr
Mittagstisch Dienstag bis Samstag 12.00–15.00 Uhr
Sonntag 12.00–17.00 uhr
Abendkarte 18.00–23.00 uhr
Zwischendurch 09.30–23.00 uhr 

Adresse
Riegerplatz 3
64289 darmstadt
tel. 06151 – 669 88 43
kontakt@3klang-bar.de
Öffnungszeiten
Montag 16.00–24.00 uhr
Dienstag bis Donnerstag 09.30–24:00 uhr
Freitag und Samstag 09.30–01:00 uhr
Sonntag 09.30–24.00 uhr

Die Tageskarte findet ihr hier: http://3klang-bar.de/images/tageskarte.pdf

Written by Daya